Mr. Long

Ryu san / Regie Hiroyuki "Sabu" Tanaka / Jahr 2017 / J / 129 Min. / Verleih Rapid Eye Movies / japanisch mU

Als Zuschauer verfolgt man in fünf Akten die Wandlung des aus Taiwan stammenden Profikillers Long, der nach einem geplatzten Auftrag in Japan versucht, sein Leben zu ändern und seiner Vergangenheit zu entfliehen. Da kommt ihm das kleine japanische Dorf gerade recht. Dort trifft er auf einen Jungen und beginnt sich um ihn zu kümmern, vor allem für ihn zu kochen, da dessen Mutter drogenabhängig ist. Schnell verbreitet sich das Gerücht vom Kochtalent des Neuen und dank eifriger Nachbarschaftshilfe beginnt Long, eine fahrbare Nudelsuppenküche aufzubauen. Einen Moment lang scheint es, als könne er der Gewaltspirale seines ehemaligen Lebens entkommen, ehe ihn die Vergangenheit gnadenlos einholt.

Mr. Long schweigt sich stoisch durch den gesamten Film. Sabu transportiert seine vermeintliche Saulus/Paulus-Geschichte mit unglaublicher erzählerischer Präzision und Hingabe. Die Kochszenen inszeniert er ebenso spektakulär und aufwändig wie die Arien des Profikilleralltags. Wie er die emotionale Balance zwischen diesen scheinbar völlig unterschiedlichen Welten herstellt, zeugt von seiner absoluten Meisterschaft.