Stockholm

E 2013, 90 min, OmdtU, Regie: Rodrigo Sorogoyen • cinEStreno Premiere

Stockholm beginnt scheinbar konventionell als eine Boy-meets-girl-Geschichte, aber bald schon merkt man, dass es weniger darum geht, ob es passiert oder nicht, sondern zu verstehen, wer die anonymen Sie und Er hinter ihren täuschenden Fassaden eigentlich sind. Der ganze Film dreht sich in dramatisch immer enger werdenden Kreisen um das Hin und Her zwischen beiden und fordert die jungen Darsteller Aura Garrido und Javier Pereira zu Höchstleistungen heraus, die wahrlich einen Goya verdient haben ..

Nachdem Rodrigo Sorogoyen 2008 an der Seite von Peris Romano mit Ocho citas debütiert hatte, legte er mit Stockholm auf dem Festival von Málaga 2013 seinen ersten Langfilm vor, für den er allein verantwortlich zeichnete. Als der Film in gleich mehreren Kategorien Preise gewann, löste dies eine ganze Welle von weiteren Prämierungen aus, die im Februar 2014 in einem Goya für den männlichen Hauptdarsteller Javier Pereira gipfelten. Was ist das besondere von Stockholm, den Almodóvar in seinem Blog zu den zwölf besten Filme des Jahres 2013 überhaupt zählt?

Stockholm beginnt scheinbar konventionell als eine Boy-meets-girl-Geschichte, aber bald schon merkt man, dass es weniger darum geht, ob es passiert oder nicht, sondern zu verstehen, wer die anonymen Sie und Er hinter ihren täuschenden Fassaden eigentlich sind. Der ganze Film dreht sich in dramatisch immer enger werdenden Kreisen um das Hin und Her zwischen beiden und fordert die jungen Darsteller Aura Garrido und Javier Pereira zu Höchstleistungen heraus, die wahrlich einen Goya verdient haben.

Was will Er eigentlich, und wer ist diese mysteriöse Sie? Ist alles nur ein Spiel der Verführung oder steckt vielleicht doch ein dramatischer Ernst dahinter? Sorogoyen inszeniert die Handlung mit spärlichen Requisiten vor den kalten Oberflächen eines nächtlich graublauen Madrids, das mit kleinen Farbflächen aufgelockert wird.Der kühl stilisierte Hintergrund hebt die packenden Dialoge aus dem Drehbuch hervor, das Sorogoyen mit Isabel Peña verfasst hat und das die Intensität eines klassischen Ingmar Bergmann-Films entwickelt.

Bei den anfänglichen Streifzügen durch die nächtliche Großstadt verströmen die eleganten Bilder und die zum Teil scheinbar darin schwebenden Figuren trotz aller Suche nach Begegnung eine kühle Distanz. Äußerst bemerkenswert ist dabei die Kameraarbeit, die für die verschiedenen Sequenzen jeweils leicht andere Stile entwickelt, diese jedoch so fließend miteinander kombiniert, dass man diese formale Glanzleistung leicht übersieht. Stockholm ist im wahrsten Sinne des Wortes ein brillantes Beispiel des jungen Kinos – denn der Film ist kaum ein Jahr alt, spielt in der absoluten Gegenwart junger Menschen und lässt junge Darsteller unter der Anleitung eines bei den Dreharbeiten erst 31-jährigen Regisseurs zum Zuge kommen.

Do 24.04.

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Fr 25.04.

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Sa 26.04.

20:45

So 27.04.

12:00

Mo 28.04.

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Di 29.04.

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Mi 30.04.

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2014