THE LOBSTER

ab Do 25.08. um 20 Uhr
Schwärzer als The Lobster kann ein Liebesfilm nicht sein. Yorgos Lanthimos entwirft darin eine nahe Zukunft, in der die Menschen gezwungen werden, als Paare zusammenzuleben. Findet sich jemand ohne Partner wieder, wird er in ein abgelegenes Hotel gebracht, wo er 45 Tage Zeit bekommt, einen neuen Seelenverwandten zu finden. Wer scheitert, wird in ein Tier seiner Wahl verwandelt.

David (Colin Farrell), frisch von seiner Frau verlassen, entscheidet sich beim Check-In für den Lobster, einen Hummer. "Die werden hundert Jahre alt und bleiben bis zum Ende fruchtbar", hat er sich überlegt. Eine gute Wahl, befindet die Hoteldirektorin ..

Lanthimos gehört zu jener hochgelobten Gruppe griechischer Filmemacher, die uns Zuschauer seit ein paar Jahren mit Geschichten überraschen, deren Entstehen man in dem krisengeschüttelten Land kaum für möglich gehalten hätte. Oder gerade doch, denn es scheint die banale Regel zu gelten, dass Not erfinderisch macht, gesellschaftlicher Zerfall kreativ.

GR/IR/NL/GB/F 2015, 109 min., OmU, R: Yorgos Lanthimos, mit Colin Farrell, Rachel Weisz, Jessica Barden, Léa Seydoux, John C. Reilly u.a.

So 28.08.Mo 29.08.Di 30.08.HEUTE
20.0020.0020.0020.00

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VON TRAUBEN UND MENSCHEN

ab Do 01.09. um 19 Uhr
Schauplatz: eine kleine Weinregion östlich von Toulouse. Die Zeit: Mitte September. Das Personal: eine Kompanie von etwa 15 Frauen und Männern – mit Lesescheren und Eimern bewaffnete "Zeitsoldaten" für die paar Wochen der Weinernte.

Früher, so verrät es eine Texteinblendung, wurde diese Arbeit von Marokkanern, Algeriern und Spaniern verrichtet. Heute müsse man nicht mehr in der Ferne suchen. Die Erntehelfer kommen aus dem Dorf oder der weiteren Region, die meisten sind Franzosen. Warum das so ist, auch davon handelt "Von Trauben und Menschen".

Der Trupp ist in die Rebzeilen eines mittelständischen Anbaubetriebs in der Region Gaillac ausgeschwärmt. Die Statistik führt sie als Erntehelfer, und im soziologischen Jargon heißen sie "prekär Beschäftigte". Die Akteure selbst würden diese Zuschreibung jedoch nur bedingt für sich akzeptieren. Sie anzuerkennen hieße, einen großen Teil des eigenen Stolzes herzugeben. Eine solche Haltung mag man unrealistisch nennen, aber genau das scheint den Regisseur Paul Lacoste zu interessieren: mehr, was Menschen tun und was sie damit im wahrsten Wortsinn verkörpern, weniger, was sie an Meinungen äußern.

VENDANGES, Frankreich 2014, 83 min., OmU, R: Paul Lacoste


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FADO

ab Do 01.09. um 20.45 Uhr
Der junge Arzt Fabian reist kurzentschlossen nach Lissabon, um seine Exfreundin Doro zurückzugewinnen. Doch während die beiden sich allmählich wieder näherkommen, werden sie von ihren alten Ängsten eingeholt. Fabians Eifersucht stellt die Beziehung erneut auf eine harte Probe. Bei einem Ausflug an die Atlantikküste kippt die angespannte, von Misstrauen und Schuldzuweisungen geprägte Stimmung ins Bedrohliche. Und schließlich macht Fabian eine Entdeckung die ihn mit aller Wucht in einen Alptraum reist.

In dichten Bildern folgt der Film dem Paar durch die Altstadt Lissabons. Zunächst scheint es, als ob sich in der Magie der Stadt die Sehnsucht nach einem Neuanfang erfüllt, doch dann bekommt ihre Liebe erneut Risse.

Deutschland/Portugal, 100 min., R: Jonas Rothlaender, mit Golo Euler, Luise Heyer, Albano Jerónimo u.a.


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DIE STADT ALS BEUTE

ab Do 08.09. um 20 Uhr
Von London bis New York gilt Berlin plötzlich als "the place to be". Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine Wohnung kaufen, die – verglichen mit "zu Hause" – spottbillig ist. Ehemaliger staatlicher Wohnungsbestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum. Welten prallen aufeinander und Paralleluniversen tun sich auf. Der Autor hat diesen Vorgang vier Jahre lang durchleuchtet. Mit seiner Kamera ist er überall in der Stadt unterwegs; befragt die verschiedenen Akteure, begleitet Makler, Investoren und Kaufinteressenten bei der Schnäppchenjagd und Mieter beim Gang durch die Institutionen. Der Zuschauer ist quasi live dabei, wenn im Zeitraffertempo eine ganze Stadt umgekrempelt wird.

Deutschland 2016, 84 min., R: Andreas Wilcke


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BELLA E PERDUTA - Eine Reise durch Italien

erneut ab Di 13.09. um 20 Uhr
BELLA E PERDUTA ist eine mythische Parabel über Anmut, Verfall und den Wert des vermeintlich Wertlosen. Pulcinella, der dumme Diener aus der Commedia dell'arte, wird aus den Tiefen des Vesuvs in das heutige Kampanien geschickt. Er soll den letzten Willen von Tommaso, einem einfachen Hirten, erfüllen und einen jungen Büffel namens Sarchiapone retten. Sein Weg führt ihn in eine verlassene Residenz der Bourbonen in der Nähe von Neapel. Dort, im Palast von Carditello, findet Pulcinella den kleinen Büffel, der zu seiner Überraschung auch des Sprechens mächtig ist. Die beiden Diener – Mensch und Tier – begeben sich auf eine lange Reise durch das schöne und verlorene Italien. Sie begegnen einer archaischen Welt, in der die einfachen Menschen wie vor Jahrzehnten leben. Aber werden sie am Ende ihrer Reise finden, was sie sich erhofften?

Regisseur Pietro Marcello ließ sich von der italienischen Sagenwelt inspirieren und zeigt uns das heutige Italien in all seiner Zerrissenheit durch die Augen eines Büffels und eines Narren. Ein Film voller Traumbilder, der auch die Frage nach bewahrenswerten Traditionen stellt, ohne dabei in Nostalgie zu verfallen. Seit Pasolini hat kein Filmemacher mit solcher Intensität um die dem Untergang geweihte Kultur Italiens getrauert.

Italien 2015, 87 min., OmU, R: Pietro Marcello, mit Tommaso Cestrone, Sergio Vitolo, Gesuino u.a.


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HIERONYMUS BOSCH - SCHÖPFER DER TEUFEL

ab Do 15.09. um 19 Uhr
Der Dokumentarfilm Hieronymus Bosch – Schöpfer der Teufel begleitet ein Team von Kunsthistorikern, die versuchen, das Geheimnis von Hieronymus Boschs 25 noch erhaltenen Gemälden zu lüften.

Fünf Jahre bereiste ein Forschungsteam die Welt, besuchte dabei Museen wie den LOUVRE, den PRADO und die NATIONAL GALLERY OF ART in Washington, um Boschs Gemälde einer fundierten und tiefgreifenden Analyse zu unterziehen. Mit modernen Techniken wie Röntgendiagnostik, Infrarot-Fotografie und Spektralanalyse konnten die tieferen Schichten von Boschs Gemälden untersucht und aufschlussreiche und überraschende Fakten über seine Arbeitsweise ans Licht gebracht werden. Das eröffnet dem Zuschauer einen völlig neuen Zugang zu Boschs Werk.

Die Forschungsergebnisse werfen vor allem eine Frage auf: Sind tatsächlich alle Werke Boschs von ihm gemalt? Welche Museen haben einen echten Bosch, welche nur eine Fälschung?

JHERONIMUS BOSCH, TOUCHED BY THE DEVIL, Niederland 2015, 89 min. OmU, R: Pieter van Huystee


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DES REGLN MIA AF BAYERISCH

ab Do 15.09. um 20.45 Uhr
Bernd soll enterbt werden. Da hilft nur eine Maßnahme: Lügen, was das Zeug hält. Leider weiß Bernd nicht, dass seine angehende Frau das gleiche Ziel hat. Die Probleme sind vorprogrammiert.

Eine bayerische Komödie wie aus dem Lehrbuch.

Deutschland 2016, 70 min., R: Erik Grun, mit Kabarettist Helmut A. Binser


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4 - QUATUOR EBÈNE

ab Do 22.09. um 19 Uhr
4 ist ein unabhängiger Kino-Dokumentarfilm über eines der herausragenden Streichquartette der Welt – das Quatuor Ebène. Nach und nach führt 4 den Zuschauer in das ambivalente Wechselspiel einer Beziehung von vier Musikern während ihrer Italien-Tournee. Bozen, Perugia, Florenz und Siena, wie auch Salzburg und Berlin geben die Bühne für ein Personenstück zwischen Anspruch und Wirklichkeit. So stehen nicht die Bühnenauftritte des vielfach ausgezeichneten französischen Streichquartetts im Vordergrund, sondern das Geschehen hinter der Bühne, das dem Publikum in der Regel verborgen bleibt: das Ringen der Musiker mit den Noten, ihren Kollegen - und mit sich selbst.

Die Musiker des Quatuor Ebène haben in jeder Situation einen spektakulär nahen Blick auf sich zugelassen und präsentierten der Kamera nicht ihre Selbst-Bilder, sondern nahmen die Möglichkeit wahr, durch die Filmarbeit sich selbst neu entdecken zu können. Dies war so nur durch das im Laufe von mehreren Jahren entstandene große freundschaftliche Vertrauen zwischen den Musikern und dem Filmteam realisierbar. Dieses Vertrauen war die Basis unserer gemeinsamen Arbeit.

So haben wir mit 4 ein einzigartiges Zeugnis von den widersprüchlichen Sehnsüchten, Leiden und Freuden der Musiker erhalten, aber auch eine Beziehungsgeschichte, gleichermaßen reich an erlesener Intuition und merkwürdigen Missverständnissen, die uns zu denken geben.

Deutschland 2015, 94 min., OmeU, R: Daniel Kutschinski


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LA ISLA MINIMA - MÖRDERLAND

ab Do 22.09. um 20.45 Uhr
Zwei Polizisten aus Madrid werden im Spätsommer 1980 in die andalusische Marschlandregion des Fluss Guadalquivir geschickt, um den Mord an zwei Mädchen aufzuklären. Sie geraten in einen Sumpf aus Ignoranz und organisiertem Verbrechen, erkennen aber auch, dass sie selbst mit sich und ihrer Vergangenheit nicht im Reinen sind. Der spannende Polizei-Thriller entwirft ein stimmig-morbides Sittenbild der 1980er-Jahre, vermittelt seine wortkarge Geschichte aber vor allem durch eine atemberaubende Bild- und Tonsprache, die die Handlung in audiovisuelle Stimmungen übersetzt.

LA ISLA MÍNIMA, Spanien, 2014, 104 min., OmU, R: Alberto Rodriguez, mit Raúl Arévalo, Javier Gutiérrez, Antonio de la Torre u. a.


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DAS GESTÄNDNIS

ab Do 29.09. um 18.30 Uhr
Im letzten Jahr der DDR geraten die Genossen der Ost-Berliner "Morduntersuchungskommission" an ihre Grenzen. Es türmen sich Kriminalfälle, die es im Sozialismus gar nicht geben darf. Die tägliche Entscheidung zwischen vertuschen und ermitteln wird für Erstvernehmer Micha mehr und mehr zu einer existentiellen Frage…

Kammerspielartig zeigt Bernd Michael Lades ernste Komödie sich auflösende gesellschaftliche Strukturen. Durch den Mikrokosmos einer Mordkommission wird die Agonie der DDR parabelhaft beleuchtet.

Das Drehbuch von Bernd Michael Lade basiert auf den Aufzeichnungen eines DDR -Kriminalisten, der aus Rücksicht auf seine Kollegen nur unter Pseudonym genannt werden möchte.

Deutschland 2015, 112 min., R: Bernd Michael Lade, mit Bernd Michael Lade, Ralf Lindermann, Martin Neuhaus u.a.


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DIE LETZTE SAU

ab Do 29.09. um 20.45 Uhr
Es sind schwarze Tage für den Schweinebauern Huber. Sein Hof ist pleite. Die kleine Landwirtschaft ist nicht länger gegenüber den Agrarfabriken konkurrenzfähig. Und als schließlich vom Himmel ein Meteorit fällt und Hubers Hof in Schutt und Asche legt, hat Huber nichts mehr – außer einer letzten Sau. Zusammen mit diesem Schwein verlässt Huber die Ruine, welche einmal sein Hof war, und beginnt ein Leben als Heimatloser, als Vagabund und Indianer. Huber findet Gefallen an diesem Leben. Er ist jetzt ein Rebell und begegnet auf seiner Reise Menschen, denen es ähnlich erging wie ihm. Kleine, die von den Großen kaputt gemacht wurden. Für diese Kleinen erhebt sich Huber zum Widerstand und wird zum Symbol für Unruhe und Freiheit. Huber tut, was er für richtig hält ..

Deutschland 2016, 86 min., R: Aron Lehmann, mit Golo Euler, Rosalie Thomass, Thorsten Merten, Heinz-Josef Braun, Christoph Maria Herbst u.a.


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