DER FUHRMANN DES TODES

Victor Sjöström, 106 Minuten, S 1921, Körkarlen, viragiert, 35 mm (schwedische Zwischentitel mit englischen Untertiteln)
Buch: Victor Sjöström (nach der Novelle von Selma Lagerlöf), Kamera: Julius Jaenzon, Produktion: Svenska Biograf Film Studio / Svensk Filmindustri, DarstellerInnen: Victor Sjöström, Hilda Borgström, Tore Svennberg, Astrid Holm, Olof As u.a.
Kopie: SFI Svenska Filminstitutet

Der Fuhrmann sammelt die Seelen der Toten ein und bringt sie ins Jenseits. Nach einer schwedischen Legende muss jeweils der letzte Verstorbene eines Jahres dieses grausige Amt für das neue Jahr übernehmen. Nun trifft es einen Trunkenbold – bei der Übergabe zeigt ihm sein Vorgänger seinen schlechten Einfluss auf Familie und Freunde. Schaurig sind die geisterhaften Figuren ebenso wie die Blicke in Schwedens Arme-Leute-Behausungen. Schauergeschichte trifft Sozialkritik.

Live-Musik: Bertl Wenzl, Markus Stark & Rainer Hofmann (R)

Nach einer bretonischen Legende ist es ein geisterhafter Fuhrmann, der die Seelen der Toten einsammelt und sie auf seinem Karren ins Jenseits bringt. Dieses grausige Amt muss jeweils der letzte Verstorbene eines Jahres für die nächsten zwölf Monate übernehmen. Diesmal trifft es David Holm, einen Trunkenbold, der sich weigert, diesen Dienst anzutreten. Der ausscheidende Fuhrmann ist der alte Bekannte, der ihn auf die schiefe Bahn gebracht hat. Er entführt Holm und bringt ihn zu Menschen, die ihn geliebt haben und die er durch sein Trinken und seine folgende Verrohung ins Unglück gestürzt hat.

Selma Lagerlöf, heute eher bekannt durch Nils Holgersson und als erste Trägerin des Literaturnobelpreises, macht 1912 aus dem überlieferten Stoff eine Novelle, Grundlage für die Verfilmung. Den Auftrag hierfür bekam sie von der "Schwedischen Vereinigung zur Bekämpfung der Tuberkulose", die sich damit einen Beitrag zur Aufklärung über diese Krankheit und ihre Übertragungswege sowie über die körperlichen und v.a. sozialen Folgen der Alkoholsucht erwartete. Lagerlöf verwebt den Blick ins soziale Elend und in Arme-Leute-Behausungen auf spannende Weise mit der alten Geistererzählung ..

Schauergeschichte trifft Sozialkritik – dieses Paradoxon hat Victor Sjöström angezogen, einen der bekanntesten Regisseure Schwedens, der auch gleich die Hauptrolle übernahm. Kameramann Julius Jaenzon nutzt ausführlich die Technik der Doppel- und Mehrfachbelichtung, so dass der Film "gleichermaßen durch seine realistische Charakterzeichnung wie auch durch seine mystische Atmosphäre besticht" (ARTE). Ingmar Bergman, ein Schüler Sjöströms, hat KÖRKARLEN als "den Film der Filme" bezeichnet und ihn mindestens einmal pro Jahr angeschaut. In Regensburg war er zum letzten Mal 2001 zu sehen ..

Do 07.08.

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Fr 08.08.

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Sa 09.08.

20:30

So 10.08.

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Mo 11.08.

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Di 12.08.

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Mi 13.08.

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2014