LUDWIG II., KÖNIG VON BAYERN. SCHICKSAL EINES UNGLÜCKLICHEN MENSCHEN.

Wilhelm Dieterle, D 1929/1930, 133 Minuten, restaurierte Fassung, DVD
Drehbuch: Wilhelm Dieterle, Charlotte Hagenbruch, Lajos Biro, Kamera: Charles J. Stumar, Produktionsleitung: Joe Pasternak, Bauten: Ernst Stern, Erich Grave,
DarstellerInnen: Wilhelm Dieterle, Rina Marsa, Theodor Loos, Trude von Molo, Max Schreck, Hans Heinz von Twardowski u.a.
Kopie: Filmmuseum München
Photos: Deutsche Kinemathek

Die letzten Jahre von Ludwig II. stehen im Zentrum des Films – der Rückzug von der Welt, die Einsamkeit in seinen riesigen menschenleeren Schlössern, der schleichende Wahnsinn, die Melancholie. In Bayern kam es zu massiven Protesten von staatlicher Seite und von rechten Ver­bän­den. Offenbar hat Wilhelm Dieterle, Regisseur und Hauptdarsteller, einen Nerv getroffen – seine Darstellung des "Märchenkönigs" geht unter die Haut.

Live-Musik: Rainer J. Hofmann (Multiinstrumentalist, Regensburg)

Auch heute noch, gut 150 Jahre nach seiner Thronbesteigung als 18-Jähriger, sind die Menschen fasziniert von Ludwig II. – seine Schlösser ziehen Millionen Besucher aus der ganzen Welt an, die Bayerische Landesausstellung auf Herrenchiemsee war ein Magnet, sein Leben als Staatsoberhaupt mit der immer dominanter werdenden Leidenschaft für Kunst gepaart mit seiner Technikbegeisterung und dem Schönheitskult befeuert die Phantasie. Schon zu Lebzeiten wurde er zum Mythos: "Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen".

"Ludwig scheiterte an dem Wunsch, Illusion und Traumsphäre in der Wirklichkeit zu verankern." (www.neuschwanstein.de) Hier setzt Wilhelm Dieterle – Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller – an. Ihm geht es um die letzten Jahre von Ludwig II. – seinen Rückzug von der Welt, die Einsamkeit in seinen menschenleeren Schlössern, den schleichenden Wahnsinn, die Melancholie. Dieterle stellt seinem Film voran, sich auf "streng historische Tatsachen" zu stützen, auch wenn er das nicht durchgehend tut. Für die Regierung Bayerns 1930 war das offenbar zuviel der unliebsamen Wahrheit – sie legte sich mit der reichsweiten Zensurstelle in Berlin an, um den bereits freigegebenen Film mit einem Aufführungsverbot belegen zu lassen. Offenbar hat Wilhelm Dieterle, einen Nerv getroffen – seine Darstellung des Kini geht unter die Haut.

Kurz nach den Dreharbeiten bekam Dieterle einen Vertrag in Hollywood und startete eine große Karriere. Er machte sich einen Namen mit weiteren Filmbiographien, deckte aber so gut wie alle Genres ab. Sein heute wohl noch bekanntestes Werk ist der großartige GLÖCKNER VON NOTRE DAME mit Charles Laughton. Übrigens: eine andere "romantische" Figur taucht im Personal von Ludwig II. auf – Max Schreck, weltbekannt als Nosferatu.

Do 06.08.

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Fr 07.08.

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Sa 08.08.

20:45

So 09.08.

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Mo 10.08.

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Di 11.08.

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Mi 12.08.

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2015