DER GROSSE SPRUNG

Arnold Fanck, D 1927, 107 Minuten, restaurierte Fassung, 35 mm
Drehbuch: Arnold Fanck, Kamera: Sepp Allgeier, Hans Schneeberger, Albert Benitz, Richard Angst, Kurt Neubert, Charles Métain, Bauten: Erich Czerwonski, Originalmusik: Werner Richard Heymann, Restaurierung: Friedrich-Wilhelm-Murnau Stiftung,
DarstellerInnen: Luis Trenker, Leni Riefenstahl, Hans Schneeberger, Paul Graetz u.a.
Kopie: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden
Photo: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden

In den Bergen ausspannen, "klettern und ein bisschen heiraten" – das verschreibt ein Arzt einem hypochondrischen Berliner Millionenerben. Prompt verliebt er sich in Leni Riefenstahl und misst sich im Skirennen mit Luis Trenker. Anlass für herrlich lustige Szenen, gleichzeitig ein Meilenstein der Filmtechnik: sechs Kameramänner fangen die rasanten Pistenschwünge ein. Die Musik orientiert sich am verschollenen Original von Werner Richard Heymann.

Einführung: Elisabeth Trautwein-Heymann, Tochter des Komponisten
Live-Musik: Tal Balshai & Stella Maria Adorf (Piano & Gesang)

In den Bergen ausspannen, "Klettern und ein bisschen Heiraten" – das verschreibt ein Arzt dem hypochondrischen Millionenerben Michael Treuherz. Und dieser folgt ihm aufs Wort. Kaum ist der Berliner mit seinem Diener in den Alpen angekommen, stürzt er sich in ein ambitioniertes Bergsteigertraining. Mit mäßigem Erfolg: bei der Rettungsaktion verliebt er sich in die Ziegenhirtin Gita – und muss natürlich in Konkurrenz zu schneidigen Bergburschen treten, vor allem zu ihrem Verehrer Toni . Dieser bringt ihm das Skifahren bei, und Gita möchte ihre Wahl zwischen beiden unbedingt bei einem Skirennen treffen. Der Diener von Treuherz ist entsprechend besorgt und ziemlich erfinderisch, was Schutzkleidung angeht.

Hier sehen wir eine schräge Komödie, einen sehr lustigen, fast klamaukigen, Sportfilm, der so ganz anders ist als die überwältigenden Bergdramen, die sonst geschaffen wurden von dem Vierergespann Arnold Fanck, dem Schöpfer atemberaubender Naturbilder, Leni Riefenstahl, der Großstadtpflanze und Tänzerin, die von Fancks Filmen so fasziniert war, dass sie ebenfalls Bergsteigen, Skifahren und Filmemachen lernte, sowie den beiden Ski-Assen Luis Trenker und Hans Schneeberger. Letzterer war auch einer der sechs (!) Kameramänner, die die rasanten Pistenschwünge einfingen. Wer sich hier an diverse James-Bond-Filme erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch.

Die Originalmusik zu DER GROSSE SPRUNG stammt von Werner Richard Heymann, dem Generalmusikdirektor der UFA und Schöpfer zahlreicher Evergreens, die wir heute noch mitpfeifen können. Beispiele? "Ein Freund, ein guter Freund" aus DIE DREI VON DER TANKSTELLE oder "Wenn ich sonntags in mein Kino geh". Nachdem der Originalscore zu diesem Film verschollen ist, hat Tal Balshai auf Anregung der Familien Heymann und Fanck die bekannten Melodien aufgegriffen und eine neue, spaßige, turbulente Musik geschaffen. Wie schreibt der Tagesspiegel? "Slapstick auf Tasten"! Und nachdem Heymanns Lieder nicht zuletzt von ihren Texten leben, gibt es heute einen Stummfilmabend mit Gesang.

Do 06.08.

20:45

Fr 07.08.

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Sa 08.08.

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So 09.08.

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Mo 10.08.

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Di 11.08.

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Mi 12.08.

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2015