MR. GAGA

Israel 2015, 100 min., OmU, R: Tomer Heyman

Außergewöhnlicher Dokumentarfilm über den israelischen Choreografen Ohad Naharin und seine "Batsheva Dance Company“. Die von Naharin geschaffene Bewegungssprache "Gaga“ hat den Modern Dance revolutioniert; dabei geht es um das gemeinsame Erarbeiten eines freien Bewegungsraums, in dem es Platz für Leidenschaft, eruptive Energien, situative Extreme und die Lust des Moments gibt. Der Film kombiniert Biografisches mit hinreißenden Tanzsequenzen, wobei die fließende Kamera die tänzerischen Bewegungen unprätentiös ins Bild setzt. Getragen von großer Nähe und Bewunderung zum Protagonisten, teilt er Naharins trockenen Humor und verdichtet sich im Spiegel von dessen zerrissenem Leben zu einem Stück israelischer Zeitgeschichte.

Gaga hört sich ein bisschen an wie Dada; der kleine Wahnsinn steckt schon im Wort. Mit seiner Compagnie, der Batsheva Dance Company in Tel Aviv, bei der Naharin 1974 seine eigene Ausbildung begann, hat der Choreograf "Gaga“ als eine neue Bewegungssprache entwickelt. Bekannte Muster werden aufgebrochen, Grenzen überschritten: Tanz wird nicht als Korsett oder komplexes Regelwerk begriffen, sondern als Befreiung, als Interaktion auf vielen Ebenen, als unmittelbare Ausdrucksform. Dada ohne Chaos. Jeder sollte tanzen, findet Naharin ..

in Zusammenarbeit mit www.regensburger-tanztage.de

CHOREOGRAPHIC CAPTURES

Auswahl von 40 prämierten CHOREOGRAPHIC CAPTURES aus den Jahren 2008 bis 2014

Was vor einigen Jahren als Wettbewerb anfing, hat sich inzwischen als eigenständiges Genre verselbständigt. CHOREOGRAPHIC CAPTURES - maximal 60-sekündige filmische Miniaturen – experimentieren mit den unbegrenzten Möglichkeiten von Film und Choreografie und etablieren ein neues Genre nach dem Tanzvideo. In der Verbindung aus Film, Kunst, Video und Choreografie entstehen filmisch-mediale Auseinandersetzungen mit neuen choreografischen Ansätzen, die den Blick des Zuschauers auf den Film und die Choreografie als Kunstform irritieren und zugleich für eine Choreografie der Bilder öffnen. Die Filmemacher arbeiten mit vielfältigen Ausdrucksformen: Animation, Stop Motion, Videoschnitt oder Compositing treffen auf choreografische Strategien. Die Themen sind so vielfältig wie die Künstler. Oft erzählen die Minutenclips ganze Geschichten, widmen sich politischen Themen, wie dem Tanzverbot im Iran, der Situation von Flüchtlingen in deutschen Massenunterkünften oder sie parodieren die allgegenwärtige Überwachung als ironisches Spiel. Im Rahmen der TANZTAGE ist eine ganz besondere Zusammenstellung von 40 prämierten CHOREOGRAPHIC CAPTURES aus den Jahren 2008 bis 2014 zu sehen.

Sonntagsmatinee 8. + 15.11. 11.00 Uhr – Eintritt frei

in Zusammenarbeit mit www.regensburger-tanztage.de