SPECTACULAERE MITTELALTERFILME

DAS SIEBENTE SIEGEL

R: Ingmar Bergman / SE 1957 / 111 min / O.m.dt.U SP 4 €

Als junger Mann zog Ritter Antonius Block in das Heilige Land. Nach zehn Jahren kehrt er in seine Heimat Schweden zurück und trifft dort nur auf Leid und Elend, denn die Pest durchstreift ganz Europa. Als der personifizierte Tod auch ihn holen will, gelingt es ihm, den Sensenmann zu einer Partie Schach zu überreden...

Ingmar Bergmans symbolisches Duell 'Mensch vs Tod' zählt zweifellos zu den größten Meilensteinen des europäischen Arthousekinos. Das geniale Spiel auf Zeit ist eine Allegorie auf die ewige Suche nach Gott. Brillant, beklemmend und ausgezeichnet mit dem Sonderpreis der Jury in Cannes 1957.

Einer der schönsten Filme, die jemals gedreht wurden. — Éric Rohmer

Do 13.07.

20:00

Fr 14.07.

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Sa 15.07.

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So 16.07.

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Mo 17.07.

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Di 18.07.

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Mi 19.07.

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DER HEXENJÄGER

R: Michael Reeves / GB 1968 / 87 min / FSK 18 / O.m.dt.U

England, 1645: In den Wirren des Bürgerkriegs zieht der "Witchfinder General" Matthew Hopkins im Namen der Inquisition mit seinem Folterknecht Stearne durch die Lande, auf der lukrativen Suche nach vermeintlichen Ketzern. Den sich ausbreitenden mittelalterlichen Aberglauben nutzt er aus, um erbarmungslose Urteile zu vollstrecken. Als er einen Pastor umbringen lässt, um an dessen Tochter heranzukommen, stellt sich deren Verlobter, ein Soldat des Anti-Monarchisten Cromwell, dem Foltergeneral in den Weg.

Wir sehen hier Grusel-Ikone Vincent Price in seiner wohl diabolischsten Rolle, als sadistischer Justiz-Heuchler. DER HEXENJÄGER gilt als Begründer des historischen Horrorfilms und löste bei seinem Erscheinen 1968 wegen seiner kompromisslosen Inszenierung nicht nur einen Skandal und hitzige Debatten aus, sondern auch eine regelrechte Welle an Mittelalter-Folterfilmen, allesamt jedoch deutlich primitiver als das Original von Regisseur Michael Reeves. Für den damals erst 26-Jährigen blieb es leider die letzte Regiearbeit, er beging kurz nach Erscheinen des Films Selbstmord.

Erstmals in ungeschnittener Version!

Do 13.07.

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Fr 14.07.

20:00

Sa 15.07.

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So 16.07.

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Mo 17.07.

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Di 18.07.

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Mi 19.07.

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KÖNIG DER LETZTEN TAGE

R: Tom Toelle / DE/CZ 1993 / 194 min

Münster, 1534: Der fahrende Sänger Sebastian Kein verhindert mit einer List die Hinrichtung der jungen Engele und nimmt die Vollwaise in seine Obhut. Die aber zieht es nach Münster - dorthin, wo der charismatische Jan van Leyden predigt. Der Anführer der Wiedertäuferbewegung zieht alle in seinen Bann. Besonders die Frauen liegen ihm zu Füßen. Der fürstbischöfliche Landesherr Waldeck will dem ein Ende bereiten und bekämpft die Reformer auf unerbittliche Weise. So geraten Engele und Sebastian in den blutigen Machtkampf zwischen Wiedertäufern, Adel, Bürgern und katholischem Klerus...

Die Kinoaufführung dieser deutsch-tschechischen TV-Mammutproduktion, die 1993 im ZDF als Zweiteiler ihre Premiere hatte, ist eine absolute Rarität, die es in dieser Form bislang nirgends gab. In den Hauptrollen brillieren Mario Adorf als Fürstbischof und der junge Christoph Waltz als Radikalreformator Jan van Leyden. Regisseur Tom Toelle (DAS MILLIONENSPIEL, 1970; VIA MALA, 1985; DER TRINKER, 1995) illustriert eindrucksvoll den duch van Leyden erzeugten religiösen Wahn und den darauf beruhenden Verfall einer ganzen Stadt. Wegen seines sehr freien Umgangs mit dem historischen Stoff und diesem wichtigen Kapitel der deutschen Reformationsgeschichte wurde Toelle aber auch von manchen heftig kritisiert.

Mit großem Aufwand in Dekor und Kostümen inszeniert. — Lexikon des internationalen Films

Do 13.07.

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Fr 14.07.

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Sa 15.07.

19:00

So 16.07.

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Mo 17.07.

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Mi 19.07.

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IWAN DER SCHRECKLICHE, 1. TEIL

R: Sergej M. Eisenstein / SU 1944 / 99 min / O.m.dt.U

Moskau, 1547: Der 17-jährige Großfürst Iwan wird in einer prunkvollen Zeremonie zum Herrscher gekrönt. Der ehrgeizige junge Mann verfolgt ein großes Ziel: die nationale Einheit des zerrütteten Reiches. Als Oberhaupt von Russland schmückt er sich mit dem Titel des Zaren. Seine Soldaten kämpfen mit Erfolg gegen den mächtigen Bojaren-Adel und erobern Gebiete von den Tataren und Litauern. Doch als Iwans geliebte Frau Anastasia ermordet wird, zieht er sich von Trauer geplagt in ein Kloster zurück. Doch das Volk will seinen Zaren wiederhaben...

Der große russische Filmregisseur Sergej M. Eisenstein erhielt 1941 von Stalin den Auftrag, einen Film über den Zaren Iwan IV. zu drehen. Die offensichtliche Intention: den Personenkult und die Großmachtpolitik von Stalin als legitime Fortführung der russischen Nationalgeschichte darzustellen. Was Eisenstein ablieferte, gefiel dem Diktator außerordentlich gut — zumindest was diesen ersten Teil des Epos betrifft, der den Aufstieg und die Erfolge Iwans schildert. Tatsächlich ist die fantastische Bildersprache und Dramaturgie des Films über jedes Diktatorenurteil erhaben.

Ein Meisterwerk der sowjetischen Filmkunst. — Lexikon des internationalen Films

Do 13.07.

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Fr 14.07.

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Sa 15.07.

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So 16.07.

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Mo 17.07.

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Di 18.07.

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Mi 19.07.

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IWAN DER SCHRECKLICHE, 2. TEIL

R: S. M. Eisenstein / SU 1958 / 88 min / O.m.dt.U

Gegen den nach Moskau zurückgekehrten Zaren Iwan IV. werden erneut Intrigen gesponnen. Seine alten Freunde haben ihn verlassen, seine Gattin wurde vergiftet von jemandem aus seiner eigener Familie. Die einzigen, auf die sich Iwan noch verlassen kann, sind die Mitglieder der Opritschnina, jener geheimen Organisation, die gegründet wurde zur Unterdrückung der Feinde des Zaren. Nach und nach errichtet Iwan einen aus hörigen Apparatschiks bestehenden Terror- und Schutzwall um sich herum. Mit brutalen Mitteln gelingt es dem vereinsamten Despoten schließlich, über seine Intimfeindin, der Führerin der feudalistischen Bojaren, zu triumphieren.

Der zweite Teil von Eisensteins Saga schildert, wie Iwan sich seinen fragwürdigen Titel "Der Schreckliche" verdient.

Der Film enthüllt die totale Machtbessessenheit der russischen Zarenpolitik. Auftraggeber Stalin, der den ersten Teil noch mit Preisen überschütten ließ, konnte das nicht gefallen. Der Film sei eine "widerliche Sache" und verkenne die positive, integrative Bedeutung des Terrors. Das Verbot folgte prompt. Erst 1958, im Zuge der Entstaliniserung, wurde der Film in der Sowjetunion uraufgeführt. Trotz dramaturgischer Mängel — ein 3. Teil sollte folgen, durfte aber nicht realisiert werden — begeistert der (teilweise in Farbe gedrehte) Film vor allem auch mit seiner virtuosen, von Sergej Prokofjew komponierten Musik, die zu den Klassikern der Musikgeschichte zählt.

Do 13.07.

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Fr 14.07.

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Sa 15.07.

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So 16.07.

20:45

Mo 17.07.

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Di 18.07.

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Mi 19.07.

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DER NAME DER ROSE

R: Jean-Jacques Annaud / DE/FR/IT 1986 / 126 min / FSK 16 / O.m.dt.U SP 4 €

Im November 1327 reist der englische Franziskanermönch William von Baskerville mit dem ihm anvertrauten Novizen Adson zu einer Benediktinerabtei im nördlichen Apennin, um in einem Glaubensstreit zwischen zwei gegnerischen Fraktionen zu vermitteln. Kaum angekommen, werden er und sein Adlatus mit einer Serie unheimlicher Todesfälle konfrontiert. Während die Mönche des Klosters darin Zeichen der drohenden Apokalypse sehen, glaubt der scharfsinnige William an eine sehr viel weltlichere Ursache für die grausamen Todesfälle. Er beginnt zu recherchieren und kommt einem diabolischen Komplott auf die Spur.

1986 adaptierte Produzent Bernd Eichinger mit gewaltigem Aufwand und internationalem Staraufgebot (Sean Connery, Christian Slater, F. Murray Abraham u.v.a.) Umberto Ecos Bestseller "Der Name der Rose" für die Kinoleinwand. Regisseur Jean-Jacques Annaud (SIEBEN JAHRE IN TIBET, 1997) inszenierte die mittelalterliche Klerikerwelt bis ins Detail entsprechend historischer Beschreibungen, was zur intensiven Atmosphäre des Films beiträgt. An den Kinokassen erwies sich DER NAME DER ROSE weltweit als großer Erfolg. Allein in Deutschland lockte er damals fast sechs Millionen Zuschauer in die Kinos. Ein Film, der bis heute nichts von seiner Klasse eingebüßt hat.

Brillant besetzter, spektakulärer Klosterkrimi. — Cinema

Do 13.07.

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Fr 14.07.

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Sa 15.07.

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So 16.07.

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Mo 17.07.

19:30

Di 18.07.

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Mi 19.07.

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MARKETA LAZAROVÁ

R: František Vláčil / CS 1967 / 162 min / O.m.dt.U

Mikolás und sein Bruder Adam rauben im Auftrag ihres tyrannischen Vaters Kozlík Reisende aus. Während einer ihrer Überfälle nehmen sie einen jungen Deutschen als Geisel, dessen Vater jedoch entkommen kann und dem König vom Raub und der Entführung berichtet. Kozlík, der den Zorn des Königs fürchtet, schickt Mikolás zu seinem Nachbarn Lazar, um diesen zu zwingen, gemeinsam mit ihm in den Kampf zu ziehen. Als dieser sich weigert, entführt Mikolás aus Vergeltung Lazars Tochter Marketa, die gerade einem Kloster beitreten wollte. Währenddessen schickt der König seine Armee los und fordert Lazar auf, sich mit ihm gegen Kozlík zu verbünden...

Mit knapp 50-jähriger Verspätung startete letztes Jahr dieses meisterhafte, dunkel funkelnde Mittelalterepos in den deutschen Kinos. In seiner Heimat wird MARKETA LAZAROVÁ als bester tschechischer Film aller Zeiten gefeiert. Es ist die Geschichte einer Fehde zwischen zwei rivalisierenden mittelalterlichen Räuberclans, zugleich aber auch eine wilde, epische Parabel über den Kampf von Christenheit und Heidentum, von Mensch und Natur, von Liebe und Gewalt. Anstatt ein herkömmliches Historiendrama zu erzählen, war František Vláčil viel mehr daran interessiert, Form und Denkweise einer längst vergangenen Zeit zum Leben zu erwecken — mit überwältigendem Ergebnis. Der Einfallsreichtum seiner Breitwandbilder, seines Schnitts und seines Sounddesigns machen MARKETA LAZAROVÁ zu einem experimentellen Actionfilm.

Der wohl überzeugendste Mittelalter-Film, der je gedreht wurde. Ein Breitwand-Fest für die Augen in Schwarz-Weiß. — Village Voice

Do 13.07.

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Fr 14.07.

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Sa 15.07.

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So 16.07.

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Mo 17.07.

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Di 18.07.

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DIE RITTER DER KOKOSNUSS

R: Terry Gilliam, Terry Jones / GB 1975 / 91 min / O.m.dt.U / SP 4 €

Mittelalter, England. König Artus reist mit seinem Knappen Patsy durchs Land, um die edelsten Ritter um sich zu scharen. Auf Grund der erhöhten Benzinpreise müssen sie auf ihre Pferde verzichten und klappern mit zwei Kokosnusshälften, um so die Geräusche der Hufen von Pferden zu imitieren. Schon bald ist die Tafelrunde komplett, bestehend aus Sir Lancelot, Sir Galahad, Sir Bedevere, Sir Robin und anderen ziemlich merkwürdigen Charakteren. Und während die skurrile Gruppe mit aneinander schlagenden Kokosnusshälften durchs Land hüpft, erhält sie von Gott persönlich den Auftrag, sich auf die Suche nach dem heiligen Gral zu machen. Eine Odyssee des Wahnsinns nimmt ihren Lauf...

Die britische Komikertruppe 'Monty Python' parodiert mit dem ihnen eigenen anarchisch-grotesken, oft in schieren Nonsens ausfallenden Witz einschlägige Mantel-, Degen- und sonstige Kostümfilme. Schwärzer als in diesem Film ist das Mittelalter nie gezeigt worden — rein vom Humor her.

Ein ungeniert lächerlicher, großartiger Kultklassiker. — Rotten Tomatoes

Do 13.07.

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Fr 14.07.

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Sa 15.07.

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So 16.07.

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Mo 17.07.

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Di 18.07.

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Mi 19.07.

19:30